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„Bretton-Woods II“ kann die Weltwirtschaft stabilisieren und schützen.


Die Kreditgeber der USA sind die Schwellenländer.


In den letzten Jahren sind die globalen Währungsreserven geradezu explodiert. Von 1999 bis September 2005 haben sie sich von rund 1800 Mrd. Dollar auf über vier Billionen Dollar (4000 Mrd. US-$) mehr als verdoppelt.
Ganz nach dem Vorbild des bevölkerungsreichsten und seit zwei Jahrzehnten ökonomisch außerordentlich erfolgreichen Schwellenlandes China vermehren am stärksten die Entwicklungs- und Schwellenländer ihre Währungsreserven. Diese schwollen von rund 1000 Mrd. auf knapp 3000 Mrd. US-Dollar (3 Billionen) an und haben sich somit in den letzten fünf Jahren fast verdreifacht. Die Devisenreserven der Industriestaaten haben sich dagegen mit 1300 Mrd. Dollar nicht einmal verdoppelt.
China ist gerade dabei, Japan als das Land mit den höchsten Devisenreserven abzulösen. Japan hatte Ende November 2005 Reserven in Höhe von 830 Milliarden Dollar angehäuft und seinen Bestand an Währungsreserven zwischen 2000 und 2004 von 350 Mrd. Dollar auf 830 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. China schaffte es ebenfalls auf weit über 850 Milliarden Dollar. Allein im Jahr 2004 sind die chinesischen Fremdwährungsbestände um rund 200 Mrd. Dollar angestiegen.
Japan hat fast 20 Jahren lang eine lange und schmerzhafte Phase von Deflation und Stagnation durchlitten, nachdem es sich 1986 von der US-Regierung im sogen. „Plaza-Abkommen“ eine massive Aufwertung des Yen aufnötigen ließ. Mit diesem Eingriff in das weltweite Finanzsystem sollte das damals riesige Handels- und Leistungsdefizit der USA mit Japan möglichst schnell abgebaut werden. Dieses Ziel wurde damals nicht nur nicht verfehlt. Das „Plaza-Agreement“, das eine überhastete und übertriebene Aufwertung der japanischen Währung durchsetzte, hatte katastrophale Folgen für die japanische Wirtschaft und war der Beginn einer langen Durststrecke, von der sich Japan erst heute langsam erholt.

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