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FRANZ-BERNHARD NOLTE
Globalisierung zähmen
- DAS BUCH -
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Ausgewogen
ist
die
Entwicklung
der
Produktivkräfte
und
wirtschaftliches
Wachstum
normalerweise
nur
dann,
wenn
alle
auf
der
Grundlage
weltweiter
Arbeitsteilung
gemeinsam
Güter
produzieren
und
untereinander
austauschen,
gemäß
Angebot
und
Nachfrage,
die
in
einem
ausgeglichenen
Verhältnis
zu
einander
stehen
sollten.
Gesundes
Wachstum
entsteht
besonders
dann,
wenn
der
überschüssige
Teil
des
Gewinns,
der
durch
die
steigende
Produktivität
erwirtschaftet
wird,
gespart
wird,
um
ihn
in
verbesserte
Produktionstechniken,
in
das
Bildungs-
und
Gesundheitssystem
und
in
die
soziale
Infrastruktur
zu
investieren.
Diese Ausgewogenheit in der Produktion von Gütern und im weltweiten Austausch von Waren und Dienstleistungen ist heute aus dem Gleichgewicht geraten. Es wird immer eindringlicher auf die Tatsache hingewiesen, dass „globale Ungleichgewichte“ in der Weltwirtschaft entstanden seien, die sich von Jahr zu Jahr vergrößern und irgendwann das Wachstum der Weltwirtschaft gefährden werden mit unabsehbaren, im schlimmsten Fall katastrophalen Folgen. Niemand kann auf Dauer immer mehr Schulden machen, denn Schulden müssen irgendwann zurückgezahlt werden. Irgendwann wird jeder Gläubiger sein verliehenes Geld zurückfordern. Noch aber dreht sich die „Spirale der globalen Ungleichgewichte“ weiter: Das US-Handelsdefizit wächst und wächst, weil die USA weiterhin mehr aus dem Ausland importieren, als sie dorthin exportieren. Allein China, Asiens zweitgrößte Volkswirtschaft, wird im Jahr 2006 vermutlich einen Überschuss im Amerika-Handel von bis zu 200 Milliarden Dollar erwirtschaften. Im vergangenen Jahr betrug der Überschuss 161 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor waren es 124 Milliarden Dollar. Das Leistungsbilanzdefizit der USA lag im Jahre 2004 bei 660 Mrd. US-Dollar und wächst von Jahr zu Jahr, weil sich die Amerikaner das Geld leihen, das sie für ihren Konsum ausgeben und selbst gar nicht besitzen. Sie leben weit über ihre Verhältnisse. - 3 - |