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Die bloßen Zahlen dieses Potenzials werden zwangsläufig in Zukunft neue Ideen und technologische Lösungen bringen.
China verdankt sein Wirtschaftswachstum zum großen Teil seiner exportorientierten Warenproduktion in die offenen Märkte der Welt, der USA und anderer Industriestaaten.
Die Öffnung des Landes im Zuge der Globalisierung für ausländische Direktinvestitionen und der Technologie- und Kapitaltransfer global operierender Unternehmen aus den Industrieländern nach China bildeten anfangs die entscheidende Grundlage für die Dynamik des Wachstums. Die ausländischen Unternehmen ließen in China großenteils für den Export produzieren. Sie schöpften bei niedrigen Löhnen und Kosten enorme Gewinne ab, die sie zum Teil nicht in den Ausbau der Produktionskapazität investierten, sondern zurück ins Ausland brachten. Die ausländischen Unternehmen profitieren seit Jahren von dem Niedriglohnland China und jetzt zunehmend auch von dem großen chinesischen Binnenmarkt.
Die Kaufkraft hat vor allem in der chinesischen Mittelklasse mit über 250 Millionen Verbrauchern zugenommen. Nachdem im ganzen Lande der allgemeine Lebensstandard gestiegen ist, bietet ein riesiger Binnenmarkt große Wachstumschancen für die Unternehmen. Der Trend der globalen Unternehmen geht jetzt immer mehr zum Kunden und die Konzerne investieren zunehmend ihre Gewinne da, wo die Verbraucher leben, während gleichzeitig die Chinesen versuchen, immer mehr aus eigener Kraft zu produzieren und zu wachsen. Sie versuchen, Kapital und Know-how ins Land zu holen und im Lande zu halten, indem sie eine enge Zusammenarbeit mit den ausländischen Unternehmen in Joint Ventures einschließlich Forschung und Entwicklung anbieten. Oft gelingt es ihnen heute, die Kontrolle über die Unternehmen mittels Mehrheitsbeteiligungen durchzusetzen. Kapitalflucht, wie in der Asienkrise 1997, kann so verhindert werden.
Trotz dieser Beschränkungen können die weltweit aufgestellten Konzerne den Verlockungen des chinesischen Marktes unter dem Druck des globalen Wettbewerbs nicht widerstehen.

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