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FRANZ-BERNHARD NOLTE
Globalisierung zähmen
- DAS BUCH -
|
Banken
gefährden
sich
selbst
durch
zu
exzessive
Kreditfinanzierung
von
Finanzinvestoren,
die
oft
ihre
engsten
und
besten
Kunden
sind.
Es
wird
befürchtet,
dass
sich
die
Krise
eines
oder
mehrerer
Hedge-Fonds
ins
gesamte
Bankensystem
fortsetzen
könnte,
wenn
zu
hohe
Kredite
an
sie
vergeben
werden.
Außer Kontrolle geraten kann das ganze System, wie während der Asienkrise 1997, besonders dann, wenn das im Finanzwesen lange bekannte Phänomen des „Herdenverhaltens“ von Finanzinvestoren angestoßen wird und in Gang kommen sollte. Hedgefonds dringen in die Schwellenländer vor.Das stetige Wachstum und die soliden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen die Schwellenländer zunehmend für Hegde-Fonds attraktiv. Nach Ansicht der Manager sind diese „emerging markets“ immer noch mit „insuffizienten“ Marktstrukturen behaftet. Es gelte sie davon zu befreien und gefügig zu machen für die Verwertungsstrategien privaten Kapitals. Im Jahre 2005 waren rund 500 Hedge-Fonds in Asien und etwa 100 in Lateinamerika aktiv. Der asiatische Markt für diese Anlagen ist allein im Jahr 2004 um 40 Prozent auf 90 Mrd. Dollar gewachsen. Die Globalisierung der Weltwirtschaft hat in den vergangenen Jahren zu einer Verschiebung der Wirtschaftsleistungen von West nach Ost geführt, wovon besonders die asiatischen Schwellenländer profitiert haben. Die meisten asiatischen „emerging markets“ haben sich im Laufe der letzten Jahre von Schuldner- zu Gläubigerstaaten gemausert und sich politisch stabil entwickelt. Parallel zur positiven, gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist der allgemeine Lebensstandard deutlich gewachsen und das verfügbare Einkommen breiter Bevölkerungsschichten hat sichtbar zugenommen. Neue, junge Mittelschichten sind in den Schwellenländern entstanden, die risikobereit sind und konsumorientiert. Sie streben den gleichen Wohlstand an, wie sie ihn aus dem Internet, aus Hollywoodproduktionen oder aus Studienerfahrungen in den Industrieländern kennen gelernt haben. - 109 - |